Mit Delta Force wollte Tencent einerseits Multiplayer-Fans, die nach einer Alternative zu den gängigen Genre-Vertretern suchen, zufriedenstellen, andererseits auch Kampagnen-Begeisterte abholen. Letzteres klappt derzeit jedoch gar nicht gut.
Am 21. Februar veröffentlichte Team Jade, eines der Entwicklungsstudios unter dem Publisher-Arm von Tencent, die kostenlose Erweiterung Black Hawk Down für Delta Force. Die sollte mal quasi eine Art Remake des 2003 veröffentlichten gleichnamigen Shooters werden, welcher wiederum auf dem Film von Ridley Scott basiert, ist aber in eine ganz andere Richtung abgedriftet – sehr zur Enttäuschung vieler Shooter-Fans auf Steam.
Delta Force fällt auf Steam durch: „Größtenteils negative“ Bewertungen
Während der Multiplayer-Modus von Delta Force täglich bis zu 100.000 Spieler*innen gleichzeitig vor die Bildschirme lockt, kämpft die kostenlos veröffentlichte DLC-Kampagne Black Hawk Down mit massiver Kritik. Nach fast 3.800 abgegebenen Bewertungen prangt ein rotes „Größtenteils negativ“ auf der Produktseite – gerade einmal 36 Prozent der Stimmen fallen positiv aus.
Doch woran hakt es? Schließlich verspricht das Studio eine „aufregende […] Kampagne“, in der wir „eine der ikonischsten Militäraktionen“ miterleben. Sogar von einem „Liebesbrief an die Fans des originalen Delta Force: Black Hawk Down von 2003“ ist die Rede. Der Reboot nutzt außerdem die Stärken der Unreal Engine 5, weshalb er optisch sogar noch besser als der Multiplayer-Part aussieht, denn dort kommt eine ältere Version des Grafikmotors zum Einsatz.
Lesetipp: Der Multiplayer-Modus von Delta Force ist laut unserem Test deutlich besser ausgefallen
Als herzliches Geschenk wird die Kampagne derzeit aber kaum wahrgenommen. In vielen Bewertungen ist die Rede davon, dass das neue Black Hawk Down unfair und zu schwierig sei, insbesondere wenn ihr alleine loszieht. Obwohl das theoretisch möglich ist, würde das Spiel sich nicht auf die verringerte Anzahl der Spieler*innen einstellen. Anders ausgedrückt: Es kommt die gleiche Anzahl an Feinden, während ihr aber niemanden habt, der euch im Zweifel bei Beschuss Heilung spendiert oder sogar vom Boden aufkratzt.
Schlechte Performance, noch schlechtere KI
Andererseits werben die Entwickler*innen auch damit, dass ihre Interpretation von Delta Force: Black Hawk Down in erster Linie auf den Koop-Modus ausgelegt sei. Es gibt abseits davon aber noch etliche weitere Kritikpunkte, an denen viele Fans kein gutes Haar lassen. Speziell die KI wird immer wieder als massiver Schwachpunkt aufgezählt.
So würden Feinde stets wissen, wo exakt ihr euch gerade befindet und nahezu perfekte Kopfschüsse verteilen. Zudem sollen die Feinde unendlich Raketenwerfer-Munition im Gepäck haben und teilweise sogar durch Wände schießen. Steam-User KILLER QUEEN kommt deshalb zum Fazit: „Ich würde nicht empfehlen, euren Speicherplatz dafür zu verschwenden.“
Andere Bewertungen kommen auf ein ähnliches Ergebnis. So heißt es von V3ndetta, dass Delta Force: Black Hawk Down „eine der größten Enttäuschungen“ sei. Er oder sie „war bereit, den vollen Preis für ein Remaster des Originals zu zahlen“, aber am Ende sei der jetzige kostenlose DLC „eine Schande“.
Unter dem Strich kann die Kampagne von Delta Force also kaum wirklich für Begeisterung sorgen, ganz im Gegenteil. Vielleicht sollten sich Shooter-Fans stattdessen lieber einem anderem Steam-Titel widmen, der sogar vom Bioshock-Erfinder gepriesen wird.
Quellen: Steam, Steam Community / @KILLER QUEEN, @V3ndetta