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Hollow Knight (Plattformer) – Voidheart Edition

Im Sommer 2017 sorgte Hollow Knight für sehr gute Unterhaltung am PC. Das über Kickstarter finanzierte Abenteuer eroberte unser Gold mit 88% im Test. Obwohl es in den letzten Jahren nur so vor Plattformern wimmelte, konnten die australischen Entwickler von Team Cherry beim Hüpfen, Kämpfen und Rätseln in handgezeichneten Kulissen stimmungsvolle Zeichen setzen. Das Artdesign wirkte so, als hätte Tim Burton die Biene Maja mitdunklen Farben interpretiert. Jetzt ist dieses Juwel in erweiterter Fassung auch für PS4 und One, sowie etwas länger bereits für Switch, erhältlich.

© Team Cherry / Team Cherry

Hirschkäfer im Galopp

 

Hier ist einer: Als ich zum ersten Mal mit dem kleinen Helden eine Stationsglocke läute, donnert es plötzlich. Und aus dem Hintergrund galoppiert ein riesiger Hirschkäfer heran, der schnaubend vor mir wartet. Das klingt banal, aber die Animationen sind so eindringlich, der Stil ist so markant, dass ich mich sofort an den epischen Charme der Zeichentrickfilme der 80er erinnert fühlte. Das Artdesign wirkt so, als hätte Tim Burton mit dunklen Farben die Biene Maja interpretiert. Oder anders: Das Düstere und das Putzige, das Skurrile und das Niedliche gehen hier eine stimmungsvolle Symbiose ein.

 

Dieses spektakuläre Reittier ist übrigens auch sehr nützlich, denn die Käferwelt unter Tage ist riesig und über ein Wegenetz

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Die handgezeichneten Kulissen erzeugen zusammen mit der wunderschönen Musik eine melancholische Stimmung. © 4P/Screenshot

verbunden. Während man diese über etwa 30 Stunden mit all ihren Fahrstühlen, Schächten und Kavernen erkundet, schaltet man an der Oberfläche immer mehr Figuren und Händler frei, bei denen man einige Gegenstände, seltsame Artefakte (was macht man mit einem ranzigen Ei oder einer Maskenscherbe?) sowie den wichtigen Kartenkomfort erstehen kann. Man kann im wahrsten Sinne des Wortes nicht alles sofort durchschauen! Und diese Rätselhaftigkeit gehört zu den großen Stärken des Spieldesigns. Zunächst hat man nämlich weder einen Kompass noch eine Feder oder Marker für besondere Orte wie Quellen, so dass man sich in den spärlich beleuchteten Untiefen verirren kann. Zwar kann man eine Karte aufrufen, aber die gibt in ihrer Standardversion lediglich rudimentäre Hinweise.

 

 

Nagel auf den Kopf

Auf lange Sicht kann so ein Schwarzweiß-Stil recht monoton wirken. Vor allem, weil man auf der Jagd nach den „Geo“ genannten Münzen viele bekannte Areale durchstreifen muss. Aber sehr geschickt sorgt das Artdesign an den richtigen Stellen für Farbtupfer und visuelle Reize, so dass ganz unterschiedliche Stimmungen entstehen – darunter nicht nur unheimliche, sondern auch groteske und lustige Situationen, wenn ein Käfer mit seiner Spitzhacke ein Lied summt oder sich ein Wurm über zurückgebrachte Larven freut. Schön ist auch, dass man an vielen Stellen gar nicht weiß, wie man weiter kommt, weil vielleicht Ausrüstung, eine Fähigkeit oder ein Schlüssel fehlt. Das Ganze ist zwar nicht so gut verzahnt und hinsichtlich der Herausforderungen nicht so vielfältig wie Outland, aber ähnlich wie im Klassiker Metroid über die schrittweise Öffnung von Wegen und Pforten konzipiert, so dass man sich immer wieder auf neue Areale freuen kann.

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Mit der Zeit kann man Gegenstände kaufen und weitere Fähigkeiten gewinnen. © 4P/Screenshot

Neben diesen Erkundungsreizen sowie akrobatischen Hüpfeinlagen über zig Abgründe, Plattformen und Fallen steht der Kampf im Vordergrund. Über 130 Gegnertypen sowie 30 Bosse gilt es zu besiegen. Zwar ist das Kampfsystem im Vergleich zu Salt and Sanctuary oder DarkMaus extrem simpel, denn ohne Block oder Riposte haut man zunächst einfach drauf und kann lediglich ausweichend springen, so dass man stets auf dieselbe Art agiert. Die Steuerung ist präzise, die Kollisionsabfrage ist allerdings nicht immer über alle Zweifel erhaben.

  1. Rooster hat geschrieben: 09.11.2021 20:44 Boah, was für ein Erlebnis! Ich habe damals Hollow Knight kurz nach Release zum ersten mal gespielt, bin dann aber zwischenzeitlich krank geworden und musste eine Zwangspause einlegen. Leider war ich danach komplett raus und hatte keine Orientierung mehr im Spiel. Jetzt, da ich stolzer Switch Besitzer bin, habe ich das Ding noch einmal von vorne begonnen. Ich bin echt geplättet wie episch und umfangreich dieses Spiel ist. Da ich mir vorgenommen habe bis zu den Credits keinen Guide zu verwenden, konnte ich auch zu keinem Zeitpunkt einschätzen was da noch alles kommt. Das war einfach unglaublich wie sich die Welt langsam entfaltet! Das kann man schon als die ultimative Metroidvania Erfahrung bezeichnen und setzt vor allem in Sachen Erkundung neue Maßstäbe. Mich hat das wirklich exzessive Backtracking nie gestört, weil es immer Neues zu entdecken gab. In Kombination mit der präzisen Steuerung, dem markanten Artstyle und der fantastischen Musik ist das einfach ein geniales Spiel. Nur der ein oder andere Bossfight hat genervt. Da war manche Begegnung einfach knüppelhart und frustrierend. Da es auch kaum Spielerführung gibt muss man schon einen langen Atem haben um sich bis zum Finale durchzukämpfen. Auf jeden Fall habe ich gesehen, dass es noch extrem viel zu tun gibt und ich wie zu erwarten einige Events verpasst bzw. nicht entdeckt habe. Ich glaube das wird wie Dark Souls zu einem meiner Dauerbrenner ... geiles Spiel!

    Das Spiel liegt bei mir auch relativ weit oben auf dem "das willst du noch nachholen" Stapel. Ist jetzt noch ein bisschen hochgerutscht, danke. ;)

  2. Boah, was für ein Erlebnis! Ich habe damals Hollow Knight kurz nach Release zum ersten mal gespielt, bin dann aber zwischenzeitlich krank geworden und musste eine Zwangspause einlegen. Leider war ich danach komplett raus und hatte keine Orientierung mehr im Spiel. Jetzt, da ich stolzer Switch Besitzer bin, habe ich das Ding noch einmal von vorne begonnen. Ich bin echt geplättet wie episch und umfangreich dieses Spiel ist. Da ich mir vorgenommen habe bis zu den Credits keinen Guide zu verwenden, konnte ich auch zu keinem Zeitpunkt einschätzen was da noch alles kommt. Das war einfach unglaublich wie sich die Welt langsam entfaltet! Das kann man schon als die ultimative Metroidvania Erfahrung bezeichnen und setzt vor allem in Sachen Erkundung neue Maßstäbe. Mich hat das wirklich exzessive Backtracking nie gestört, weil es immer Neues zu entdecken gab. In Kombination mit der präzisen Steuerung, dem markanten Artstyle und der fantastischen Musik ist das einfach ein geniales Spiel. Nur der ein oder andere Bossfight hat genervt. Da war manche Begegnung einfach knüppelhart und frustrierend. Da es auch kaum Spielerführung gibt muss man schon einen langen Atem haben um sich bis zum Finale durchzukämpfen. Auf jeden Fall habe ich gesehen, dass es noch extrem viel zu tun gibt und ich wie zu erwarten einige Events verpasst bzw. nicht entdeckt habe. Ich glaube das wird wie Dark Souls zu einem meiner Dauerbrenner ... geiles Spiel!

  3. Beim Soul Master habe ich damals aufgegeben. Das war mir einfach too much, obwohl ich das Game an sich total cool fand mit seinem Soundtrack und Artstyle. Ich bin aber auch allgemein kein Fan von Souls likes und so bockschweren Spielen. Da geht für mich der Entspannungsfaktor flöten.
    Im Fall vom Soul Master war es dann so, dass der Checkpoint so weit weg war und ich bei meinem mangelnden Skill solche Schwierigkeiten hatten, dass ich für den Weg zu ihm meist schon mehrere Versuche gebraucht habe. Da war ich raus.
    Einen Story Modus für Noobs fänd ich super! :-)

  4. Habe es tatsächlich geschafft, den Soul Master zu besiegen. Der Typ war echt Pain in the ass...
    Jetzt beiße ich mir gerade die Zähne an seiner Traum-version aus ^^
    Wenn der Titel nicht bereits 2017 offiziell erschienen wäre, würde ich Hollow Knight bereits jetzt mit großem Abstand zum GOTY wählen :D

  5. Jedesmal, wenn ich einen harten Gegner besiege, denke ich mir, dass mich das Spiel jetzt nicht mehr härter f****n kann.
    Nach den Mantis Lords, die am Ende gar nicht so schwer waren (da fand ich Hornet deutlich härter), bin ich jetzt im Soul Sanctum und komm aus dem Kotzen gar nicht mehr heraus ^^

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